Trautzke-Seen und Moore – Teil 5: Trautzke-2

Chekotee guckt gebannt auf Trautzke-2 hinunter. Tagelang wanderten wir immer wieder dran vorbei und ich vertröstete meine forschungsfreudigen Hunde jedesmal auf später: „Later on we´re gonna explore that part, too.“ Und dann war es endlich soweit …

Wie bereits im vorigen Blogpost erwähnt, ist Trautzke-2 mit Trautzke-1 verbunden, d.h. die Darstellung auf der Karte von Maps.me täuscht. Und auch hier ist es ähnlich wie bei Trautzke-1, dass nämlich die westliche Ausbuchtung aufgrund der massiven Verlandung längst nicht mehr so groß ist. Aus der Position des blauen Pfeils in der Karte nahm ich das obige Titelfoto (mit Chekotee) auf, wo die eher geringen Ausmaße von Trautzke-2 erkennbar sind.

Trautzke-2
[Quelle: Maps.me]

Im Panoramafoto, bei dem ich inmitten von Trautzke-2 stand, ist links die westliche Begrenzung durch den Wald, mittig der Birkensaum (dahinter liegt Trautzke-1) und rechts die östliche Begrenzung durch den Wald zu sehen.

Trautzke-2: Panorama, Mai 2021
Trautzke-2: Mitte – Blick nach N (Trautzke-1 liegt hinter den Birken), Mai 2021

Trautzke-2 ist augenscheinlich vor geraumer Zeit schon komplett trocken gefallen: Der dicht mit Gras bewachsene Boden weist nicht das kleinste Morastfleckchen auf und deshalb schwingt da klarerweise rein gar nix mit beim Gehen. Nur vereinzelt existieren noch Binsen- und Seggenbulte, lichte Schilfbestände hie und da sind nur noch Relikte einer längst vergangenen Periode als Feuchtbiotop.

Die Doggies kamen jedenfalls voll auf ihre Kosten – wortwörtlich: Sie fanden Überbleibsel von einem Riss und knabberten glückselig auf alten Knochen herum.

Hinter dem Birkensaum zieht sich im Norden eine Art „Schwelle“ quer durch Trautzke-2, ähnlich wie bei Trautzke-1, wenngleich nicht ganz so erhaben: der Übergang von Trautzke-2 zu Trautzke-1 (auf dem Foto ist links im Hintergrund der schilfumschlossene Moorsee von Trautzke-1 auszumachen, die Birken rechts „gehören“ z. gr. T. bereits zu Trautzke-1).

„Schwelle“ zwischen Trautzke-2 und Trautzke-1, Mai 2021

So gesehen stimmt die Karte von Maps.me ja eigentlich – zwischen Trautzke-1 und Trautzke-2 ist quasi „Land“, bloß dass Trautzke-2 schon sehr, sehr lange keine offene Wasserfläche mehr birgt.

„Schwelle“ zwischen Trautzke-2 und Trautzke-1
[Quelle: Maps.me]
Trautzke-2: Blick vom Ostrand, Mai 2021

Trautzke-Seen und Moore – Teil 4: Trautzke-1

Trautzke-1 ist das nördlichste Moor im NSG Trautzke-Seen und Moore und gliedert sich in zwei Teile: der Süd-Part trägt dieses Jahr wieder Wasser, sodass sich ein kleiner See gebildet hat, hingegen ist der Nord-Part schon vor Jahren trocken gefallen.

Trautzke-1
[Quelle: Maps.me]

Obwohl Maps.me an sich recht genaue Daten liefert, stimmen die Ausmaße von Trautzke-1 nicht mit der Wirklichkeit überein. Der nördliche (trocken gefallene) Teil ist längst nicht (mehr) so breit wie auf der Karte dargestellt (Ihr könnt es Euch so vorstellen, dass die westliche Ausdehnung im Grunde kaum mehr existiert – Wald dringt hier immer weiter vor).
Mein blauer Pfeil zeigt in Richtung Moorsee, welcher im südlichen Part von Trautzke-1 liegt. Die kleine Wasserstelle ist von Schilf umwachsen, worin versteckt ein Kranichpaar brütet, begleitet vom vielstimmigen Froschkonzert.

Rund um die Wasserstelle ist der Boden naturgemäß matschig und nass, jedoch hatte ich nicht das Gefühl von Schwingrasen, zumindest nicht an der Ostseite dieses südlichen Moorteils. Die Verlandung ist offenbar stark fortgeschritten, was sich auch am Aufkommen von üppigen Birkensäumen entlang der Außenseiten zeigt.

Die Kraniche flogen natürlich bei unserer Ankunft auf und kreisten eine Weile über uns, schließlich ließ sich einer der Kraniche wieder seelenruhig im Schilfdickicht nieder. Auch hier zeigte sich wiederum, dass nicht einmal meine beiden Hunde als Gefahr angesehen werden, weil sie sich – wie ich – sehr behutsam und respektvoll in der Natur verhalten. Sie dürfen „scannen“, d.h. gucken, lauschen und wittern, aber eben ganz in Ruhe, da gibt´s kein Vorstürmen und auch kein Bellen! Speedy ist sowieso unser „Musterschüler“, doch sogar der ansonsten gern übermütige Chekotee weiß es mittlerweile zu schätzen, wie toll das ruhige „Scannen“ ist;-)

Chekotee & Speedy beim „Scannen“, Sommer 2020

Auch im Trautzke-1-Moor waren meine Hunde vorbildlich!

Trautzke 1: Südteil mit See und braven Doggies – Panorama, Mai 2021

Am Panoramafoto ist östlich vom Moorteich deutlich eine birkenbewachsene „Schwelle“ zu erkennen (im Bild rechts, wo Speedy im Gras schnüffelt) – dies ist in der Tat die Trennschwelle zwischen dem südlichen Wasserpart und dem nördlichen Trockenpart von Trautzke-1.

Trautzke-1: Zweiteilung (links der südliche Moorteich-Part, ungefähr mittig die „Schwelle“, rechts der nördliche trockene Part) – Panorama, Mai 2021

Kucken wir von der „Schwelle“ aus nach Süden, so haben wir weiterhin den schilfumwachsenen See im Blick.

Trautzke-1: Moorsee von „Schwelle“ aus, Mai 2021


Wenden wir aber unsere Augen von der „Schwelle“ aus nach Norden, so überblicken wir den „Birkenteil“, wie ich diesen Bereich von Trautzke-1 nenne.

„Trautzke-1: „Birkenteil“ von „Schwelle“ aus, Mai 2021

Hier ist alles ganz trocken, nur vereinzeltes Schilfaufkommen zeigt, dass es tief im Boden noch Feuchtigkeitsansammlungen geben muss.

Trautzke-1: „Birkenteil“ vom Nordost-Rand mit Blick nach Süden (hinter den Birken liegt der Part mit dem Moorsee), Mai 2021

Trautzke-1: Moorsee von „Schwelle“ aus – Panorama, Mai 2021

Trautzke-Seen und Moore – Teil 3: Mirjam’s topographische Nomenklatur

Aus den vorangegangenen Blogposts zu den Trautzke-Seen und Mooren wissen wir bereits, dass sich sowohl die Gewässeranzahl als auch deren Größe und Lage im Laufe der Geschichte verändert hat. Zudem bringen Wanderkarten und Touren-Apps unterschiedliche Informationen. Um diesem Dilemma zu entgehen dachte ich mir meine eigene topographische Nomenklatur aus. Erst auf dieser Basis wird es möglich, meine Erkenntnisse zu den einzelnen Mooren exakt dem entsprechenden (Mikro-)Biotop zuzuordnen und anschaulich darüber zu berichten.

Die von mir genutzte (kostenfreie) Touren-App „Maps.me“ zeigt die wirklich vorhandenen Moorflächen – fast – detailgetreu: 5 Trautzke-Seen.
Jetzt fragt Ihr Euch natürlich, warum „fast“? Immerhin bestätigte ich ja bereits im vorigen Blogpost, dass es heutzutage fünf Teile gibt. Tja, das stimmt auch in gewisser Weise, aber eigentlich … doch dazu später mehr …
Tatsache ist jedenfalls, es sind nicht nur drei Teiche im NSG Trautzke-Seen und Moore.

Was tat ich also? Anhand der Maps.me-Karte nummerierte ich die einzelnen Trautzke-Seen einfach der Reihe nach durch – im Uhrzeigersinn, beginnend beim nördlichsten See:

Trautzke-1
Trautzke-2
Trautzke-6
Trautzke-3
Trautzke-5
Trautzke-4

Warum denn auf einmal sechs Moorstellen?
Nu, das verrät Euch eine Satellitenaufnahme des NSG Trautzke-Seen und Moore:

Trautzke-Seen und Moore – Satellitenaufnahme
[Quelle: Google-Maps]

Erkannt?!?
Nördlich von Trautzke-5 (bzw. lagemäßig zwischen Trautzke-5 und Trautze-2) existierte noch ein Moorbereich. Anzunehmen ist, dass es sich dabei um die drei (oder mehr) nicht namentlich genannten Tümpel neben dem historischen Großen und Kleinen Drauzen handelte (siehe Blogpost Trautzke-Seen und Moore: Geschichte und Etymologie). Die Karte unten zeigt den möglichen Radius, in welchem diese Tümpel heute liegen würden, wenn es sie noch gäbe, wobei der blaue Pfeil die wahrscheinlichste Stelle kennzeichnet).

Trautzke-6
[Quelle: Maps.me]

Außerdem lässt sich anhand der Satellitenaufnahme noch etwas Wichtiges entdecken: Trautzke-1 und Trautzke-2 sind miteinander verbunden, wobei Trautzke-2 trocken gefallen ist, nur Trautzke-1 führt dieses Jahr (2021) Wasser.

Trautzke-1 mit Wasserfläche von W, April 2021

Trautzke-Seen und Moore – Teil 2: Geschichte und Etymologie

Nachzuforschen, welche Bedeutung Namen haben und woher sie kommen, das finde ich besonders spannend. Und für historische Karten hatte ich sowieso schon immer ein Faible.

Im Neuzeller Stiftsatlas finden wir u.a. eine Karte zum Gebiet Trautzke-Seen und Moore aus dem 18. Jahrhundert – damals wurden die Gewässer als der „Kleine Drauzen“ (nördlicher See) und der „Große Drauzen“ (südlicher See) bezeichnet.

„Draußen“, südwestlich des Henzendorfer Sees: zwei namentlich genannte Seen (Großer Drauzen [südlich] und Kleiner Drauzen [nördlich]) und mind. drei dazugehörige Teiche. Nach Süden hin verlängert sich das ganze Feuchtgebiet als „Drauzen Lauche“ hinein ins Raacksche Feld Richtung Göhlener Heyde.
[Quelle: Atlas Neuzelle 2018, 9]

Der regionale Historicus, Herr Dr. Klaus-Dieter Gansleweit, berichtet in seiner Henzendorfer Dorfchronik (Gansleweit 2020), dass beide Waldseen damals zu den verpachteten Stiftsgewässern (des Zisterzienserstifts Neuzelle) gehörten.
Im Seenregister von 1780 ist der Kleine Drauzen als „Trautzken der kleine“ eingetragen „und mit dem Hinweis versehen, dass er ‚wegen den vielen Holze mit dem Garn (Fischernetz) nicht befischet‘ werden könne“ (Gansleweit 2020, 176). „Um 1575 war der ‚Druzen Sehe‘, womit man damals zweifellos den Großen Drauzen meinte, ’so voller Holz‘, dass mehr als zwei Züge darin nicht möglich waren, und 1780 wurde er wie der Kleine Drauzen mit dem Garn nicht mehr befischt“ (Gansleweit 2020, 177).

Eine Karte aus dem Jahr 1896 zeigt, dass der Große Drauzen, der südliche See, nunmehr nach Absinken des Wasserspiegels aus zwei Gewässern besteht. Ursprünglich waren die beiden aufgespaltenen Teile des Großen Drauzen noch durch eine Schmalstelle miteinander verbunden – dieser wenige Meter breite Graben konnte bis zum Ende des 19. Jahrhunderts noch mit dem Kahn befahren werden (vgl. Gansleweit 2020, 176f.; MLUK 2020, 15). Heute sind die beiden Gewässerteile komplett getrennt.
Außerdem blieb vom ein Jahrhundert zuvor noch „Der Kleine Drautz See und Laug“ (Gansleweit 2020, 176) genannten Kleinen Drauzen bloß ein wahrlich kleiner Tümpel im Norden des Feuchtgebiets übrig.

Kleiner und (zweigeteilter) Großer Drauzen Ende 19. Jahrhunderts
[Quelle: SLUB-Dresden, Neuzelle 1896]

„Ursachen für die wechselnden Verlandungs- und Seespiegelabsenkungsperioden können auch damals schon durch saisonale Defizite der klimatischen Wasserbilanz, direkte Entnahmen (Brunnen, Bewässerung) und indirekte Verluste durch höhere Verdunstung ausgelöst oder verstärkt worden sein. So hatten sicherlich die Rodung weiter Waldflächen (bis ins 18. Jh.), die darauffolgende Verheidung und stellenweise Versteppung sowie die anschließende Aufforstungen mit Nadelbäumen im 19. Jh. Auswirkungen auf die Grund- und Seewasserstände“ (MLUK 2020, 15).

Interessant ist beim Vergleich der Karten aus dem 18. und 19. Jh. zudem, dass sich zur damaligen Zeit in Henzendorf der „Dorfsee“ vom Henzendorfer See abgetrennt hatte, wie bereits in der Karte aus dem Jahr 1896 ersichtlich und ebenso eine Karte aus dem Jahr 1925 verdeutlicht.

[Quelle: SLUB-Dresden, Neuzelle 1925]

Zur Namensgebung „Trautzke“ erläutert Herr Gansleweit: „Noch immer nicht aufgehellt ist die Etymologie des Gewässernamens, bei dem von einer aso. [altsorbischen, Anmerkung M. Silber] Grundform mit d-Anlaut auszugehen ist, vgl. mda. [mundartlich, Anmerkung M. Silber] Drauzen, 1842 der große Drautzen/der kleine Drautzen, 1742 Der Große Drautz See, 1739 bey den Drautzen, um 1575 Der Druzen Sehe. Sprachlich verwandt ist möglicherweise der bisher ebenfalls ungedeutete Flurname Die Drutzine in Klenica […]. Der offizielle Name des NSG enthält eine selten belegte Schreibvariante mit Tr-. Im Bestreben, den unverständlichen Gewässernamen zu erklären, wird er mitunter zum Numerale dreizehn (mhd. [mittelhochdeutsch, Anmerkung M. Silber] drizehen, -zen) gestellt, weil in dem hügligen Gelände mit mehreren z. T. ausgetrockneten Senken einst 13 Tümpel gelegen hätten. Aus lautlichen Gründen ist diese Erklärung jedoch abzulehnen“ (Gansleweit 2020, 178).

„Großer Drauzen“ – Panorama, 2021

In seiner Dorfchronik bringt Herr Gansleweit außerdem Fotos vom Großen Drauzen aus den Jahren 2014 und 2019 mit erstaunlich hohem Wasserstand, sodass tatsächlich der Eindruck eines Sees entsteht (vgl. Gansleweit 2020, 176-178). Hingegen belegen meine Aufnahmen vom Großen Drauzen aus den Jahren 2020 und 2021, dass kaum mehr offene Wasserflächen zu sehen sind: Immer dichter werdende Röhricht- und Schilfwalle und immer üppiger wuchernde Binsen- und Seggenbulte führen uns die fortschreitende Verlandung und somit Artenverarmung des einst so vielfältigen Sees drastisch vor Augen.


Quellen:
Gansleweit, K.-D. (2020). Henzendorf und Umgebung. Zum 650-jährigen Jubiläum eines Ortsteils der Gemeinde Neuzelle. Cottbus. Regia-Co-Work.
MLUK, Hg. (2020). Managementplan für das FFH-Gebiet Trautzke-Seen und Moore. Managementplanung Natura-2000 im Land Brandenburg. Potsdam. Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg.
Stiftung Stift Neuzelle, Hg. (2018). Atlas des Zisterzienserstifts Neuzelle. Berlin. Verlag für Berlin-Brandenburg.

Trautzke-Seen und Moore – Teil 1: Lage und Geomorphologie

Dieses Moorgebiet nahe Henzendorf liegt im Naturpark Schlaubetal und besteht heutzutage aus mehreren kleinen, teilweise leider trocken gefallenen Teichen. Als Moorpatin beim BUND Brandenburg besuche ich die Trautzke-Seen und Moore regelmäßig, um deren Zustand zu dokumentieren, wobei ich mich beim Moormonitoring insbesondere der Botanik widme.

Naturschutzgebiet Trautzke-Seen und Moore nahe Henzendorf, meinem Zuhause (SO-Brandenburg)
[Quelle: Open Street Map]

Im Naturschutzgebiet liegen fünf Trautzke-Seen – wobei die Bezeichnung „Seen“ übertrieben scheint, da der Großteil dieser kleinen Moorteiche trocken gefallen ist und nur vereinzelt offene Wasserstellen zu finden sind. Die Oberfläche der Teiche aber ist matschig und schwingt beim Gehen mit (sog. „Schwingrasen“) – ein typisches Merkmal für Moore.

Fünf Trautzke-Seen (der blaue Pfeil zeigt quasi die Richtung von Henzendorf zu den Trautzke-Seen und Mooren an)
[Quelle: Maps.me]

Über die Anzahl der Trautzke-Seen herrscht jedoch Uneinigkeit: Auf aktuellen Wanderkarten und auch in Google-Maps sind lediglich drei Seen verzeichnet.

Fünf Trautzke-Seen? In Google-Maps werden lediglich zwei Seen und ein Teich (das kleine blaue Pünktchen im Norden des grünen Naturschutzgebiets) aufgezeigt.
[Quelle: Google-Maps]

Glücklicherweise sind die Landkarten des Virtuellen Kartenforums der Technischen Universität Dresden exakter: 5 Seen!

Trautzke-Seen und Moore südöstlich von Henzendorf: Virtuelles Kartenforums der Technischen Universität Dresden – 5 Seen
[Quelle: SLUB Dresden]
Dabei war früher mal alles ganz anders …

Die Landschaft des Schlaubetals und seiner Umgebung wurde im Quartär ausgeformt, insbesondere in den beiden jüngsten Eiszeiten, der Saale- und Weichselkaltzeit. Als die Gletscher der nördlich gelegenen Fünfeichener Höhen abtauten, fielen gewaltige Schmelzwassermassen an, die südlich in Richtung Baruther Urstromtal abflossen. Auf ihrem Weg dorthin bildeten die glazifluvialen Sande und Kiese der Schmelzwässer den breit gefächerten Reicherskreuzer Sander.

{Quelle: Gansleweit 1986, 3]

Der Schmelzwasserabfluss erfolgte als Rinnenentwässerung, hauptsächlich durch die Schlauberinne und die Demnitz-Ölse-Rinne, aber auch die Chossewitzer Rinne und andere. Durch die Entwässerungsbahnen entstandenen steilwandige Tunneltäler, in diesen plombierten Toteisblöcke lange Zeit den Abfluss des Schmelzwassers. Erst „mit der holozänen Klimaerwärmung kam es zum Austauen des Toteises und zur fluvialen, turbulenten Ausräumung der Rinnen, so dass sie ihr heutiges Relief erhielten“ (MLUK 2020, 6).
In den zurückgebliebenen Sand- und Schluffablagerungen bildeten sich in der Nacheiszeit Rinnenseen und Niedermoore – auch die Trautzke-Seen und Moore liegen in einer solchen Rinne eingebettet.
Leider sind sie – wie auch andere Gewässer dieser Region – stark vom Austrocknen bedroht bzw. zum Teil bereits trocken gefallen. Darum wurde in den Jahren 2018 bis 2020 für das NSG Trautzke-Seen und Moore, das zugleich auch FFH-Gebiet ist, ein Managementplan erstellt, dessen übergeordnetes Ziel in der „Verbesserung und Stabilisierung des Landschaftswasserhaushalts insbesondere aber der Wasserhaushalte der gebietsprägenden Moore und Stillgewässer“ liegt (MLUK 2020, 43). Basierend auf der Natura-2000-Managementplanung soll ein günstiger Erhaltungszustand der Arten und Lebensräume gesichert bzw. entwickelt werden, um die biologische Vielfalt zu fördern (vgl. MLUK 2020, 1).
Der Managementplan beschreibt sehr anschaulich, welche Maßnahmen für das bereits schwer geschädigte NSG Trautzke-Seen und Moore vonnöten sind, doch ehrlich gesagt habe ich nicht den Eindruck, dass zurzeit tatsächlich etwas davon realisiert wird …


Quellen:
Gansleweit, K.-D., Hg. (1986). Eisenhüttenstadt und seine Umgebung. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme im Gebiet zwischen Oder, Neiße und Schlaubetal um Eisenhüttenstadt und Neuzelle. Werte unserer Heimat, Bd. 45. Berlin. Akademie-Verlag.
MLUK, Hg. (2020). Managementplan für das FFH-Gebiet Trautzke-Seen und Moore. Managementplanung Natura-2000 im Land Brandenburg. Potsdam. Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg.

Trautzke-See, April 2021

Neue Pflegehunde?!

Der allgegenwärtige Stress für Tiere in Tierheimen

In jedem noch so gut geführten Tierheim sind die dortigen Tiere ziemlichem Stress ausgesetzt. Neben dem Lärm durch Hundegebell und Hundegekläffe herrscht ein ständiges Kommen und Gehen: mal wird gefüttert, mal werden Gehege und Ausläufe gereinigt, mal werden Hunde von ihren Gassigänger*innen abgeholt und wieder zurückgebracht, mal ist tierärztliche Untersuchung, mal schauen Interessierte vorbei … die Tiere kommen kaum zur Ruhe.

Große Aufregung im Außenbereich des Tierheims, durch vielstimmiges lautes Bellen und Kläffen angezeigt: Kyrill stakst ziemlich ratlos am Zaun hin und her und Suri kommt vom hinteren Auslaufbereich nach vorne zum Zaun getrabt, um zu checken, was los ist. Vor lauter Hektik startet Kyrill wieder mit seinem Laufen im Kreis. Die Youngsterboys Speedy und Chekotee halten sich abseits, auch sie fühlen sich durch den Lärm und die allgemeine Erregung unwohl.

Auch vor Besuchshunden macht der Stress nicht Halt: Speedy will sich grad nahe der am Zaun wachenden Suri hinlegen, als ihn etwas irritiert, weshalb er sich wieder aufrichtet und witternd die Umgebung scannt. Suri hält weiter Wache und Kyrill stellt sich am Zaun auf die Hinterpfoten, um alles besser beobachten zu können.

Ältere und kranke Hunde wie Suri und Kyrill leiden ganz besonders unter diesem allgegenwärtigen Stress. Bereits seit geraumer Zeit leben diese Hunde offenbar in einem massiven Stresszustand, welcher sich durch die Tierheim-Atmosphäre nur noch mehr verschlimmert hatte. Der permanent überhöhte Erregungslevel führt zu Unruhe, Anspannung, Aufgeregtheit, Hyperaktivität, verminderter Konzentrationsfähigkeit, mangelnder Impulskontrolle, geringer Frustrationstoleranz, gesteigerter Reaktivität bis hin zu Stereotypien und/oder exzessivem Zwangsverhalten.

Immer wieder gibt es Aufregung im Tierheim: Kyrill rennt am Zaun auf und ab oder er läuft beim Eingang dauernd im Kreis und Suri kommt, selbst wenn sie gerade „ruht“, bei der geringsten Kleinigkeit zum Zaun gerannt, um nach dem Rechten zu sehen. Bei sanftem Kraulen und beruhigenden Worten braucht sie einigermaßen lang, bis sie überhaupt registriert, dass es neben ihrer Aufgeregtheit auch etwas anderes gibt.
Was leider nicht mehr auf dem Video zu sehen ist, weil ich die Kamera weglegen musste, um beide Hände frei zu haben: Nachdem Suri sich mir zugewandt hatte, war sie zunächst irritiert, aber dann steckte sie ihren Kopf unter meinen Arm und ließ sich eine Weile zärtlich von mir knuddeln – das war ein wundervoller Moment:-)

Aufgrund der Aufregung rundum und ihrer eigenen inneren Aufgeregtheit können die Tierheimhunde nicht einmal in Ruhephasen wirklich entspannen. Eben deshalb führte ich vom ersten Tag an sog. „Chill-out“-Momente ein, damit Suri und Kyrill mit der Zeit lernen, aus ihrer ständigen Übererregtheit auch mal runterzufahren (meine Hunde kennen das bestens: wenn ich mich hinsetze und etwas lese oder auch nichts tue, dann ist Ruhezeit – wer will, kann natürlich zu mir kuscheln kommen).
Obwohl sich die beiden Tierheim-Schäfis relativ rasch an unser Ruhe-Ritual gewöhnt hatten und es mit jedem Mal immer lieber annehmen, sind sie dennoch in Alarmstimmung und scannen (wie auch Speedy und Chekotee) in allen Richtungen nach unliebsamen „Überraschungen“ – im Video (unten) ist dies deutlich zu sehen. Kyrill, der als einziger noch länger ruhelos vor dem Zaun steht, schafft es schließlich doch, sich hinzulegen, aber typischerweise direkt vor der Eingangstür. Suri macht ein kurzes nettes „Check-in“ bei Kyrill, trinkt einen Schluck Wasser, kommt dann zurück und legt sich wieder auf den kühlenden Erdboden.

Eigentlich ist grad unsere Ruhephase und alle Hunde – außer Kyrill – liegen, während ich gemütlich auf einem Baumstamm sitze. Doch das Abschalten und Chillen fällt im Tierheim nicht nur den dortigen Hunden, sondern ebenso uns Besuchern schwer.

Die vielen „Chill-out“-Wiederholungen wurden bald zu fixen Ritualen unserer Besuchsstunden: die Hunde konnten immer tiefer und länger entspannen, schließlich schliefen sie während der Ruhephasen sogar ein [dazu mehr im nächsten Blogartikel].

Trotzdem Entspannungs- und Ruheübungen einen wesentlichen und auch höchst wertvollen Teil der Arbeit mit Tierheimhunden bilden, steht man immer noch vor einem Berg (oder gar Gebirge) an weiteren Baustellen, v.a. bei solchen Tierheimhunden, die – wie Suri und Kyrill – bereits Verhaltensauffälligkeiten, um nicht zu sagen Verhaltensstörungen zeigen, z.B. Kyrill´s stereotypes „Im-Kreis-Laufen“. Suri wiederum betreibt zwanghaft-exzessives Ballspiel, gepaart mit ebenso zwanghaft-exzessivem Bekauen und Verscharren des Balls (oder jeglichen anderen Spielzeugs, dessen sie habhaft wird). [Zu Stereotypien und Zwangsverhalten mehr im folgenden Blogartikel.]

Neue Pflegehunde?!

Mehr über die beiden Schäferhunde Kyrill und Suri, die im Tierheim am See in Eisenhüttenstadt vergeblich auf ein Zuhause warteten – bis sie einen Pflegeplatz bei mir im Verein Schlaubetal-Caniden e.V. erhielten …

Info zu Kyrill

Kyrill ist ein 8-jähriger Schäferhund, dem bereits als Welpe die Rute kupiert wurde – eine grauenhafte Unsitte, die glücklicherweise in Deutschland nach § 6 Abs. 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes seit 1998 verboten ist (das Kupieren der Ohren wurde übrigens bereits 1986 untersagt).

Kyrill beim Wasserschlabbern: wegen der kupierten Rute entsteht tatsächlich ein unproportionaler Eindruck, aber da er es nicht anders kennt, wedelt Kyrill auch mit seinem Ruten-Stummel, wenn ihm danach ist;-)

Unter dem operativen Eingriff „Kupieren“ versteht man die Kürzung der Ohrmuscheln bzw. der Rute eines Hundes. Solche Verstümmelungen waren früher bei bestimmten Rassen (z.B. Dobermann, Boxer, Doggen, Schnauzer, Pinscher) sogar durch Rassestandards gefordert. Ein „Schönheitsideal“ mit fatalen Folgen für die Tiere. Nicht nur ist der Eingriff ziemlich schmerzhaft und kann möglicherweise zu chronischen Gesundheitseinschränkungen führen, sondern die Hunde werden eines wesentlichen Ausdrucksmittels beraubt, was Kommunikationsprobleme mit Artgenossen und auch Verhaltensstörungen zur Folge haben kann.
Ausnahmen vom Kupierverbot sind einzig und allein aus medizinischer Indikation zulässig (z.B. schwerste Verletzungen oder auch Tumore an den betroffenen Körperteilen). Und bei jagdlich eingesetzten Hunden darf zumindest die Rute kupiert werden – wen wundert´s?! Bei der Jagd finden sich generell diverse Absurditäten …
Vielleicht war Kyrill ja mal ein solcher Jagdhund – jedenfalls ist er der fixen Meinung, dass Katzen Jagdbeute sind. Da steht uns noch einiges an Arbeit bevor! Zu solch einer Harmonie mit Katzen wie bei Chekotee wird´s bei Kyrill wohl nie kommen.

Chekotee und Fralie – die große Liebe!

Kyrill ist leider ein Hospizfall: chronische Bauchspeicheldrüsen-Insuffizienz. Deshalb ist der Arme auch so abgemagert und hat ganz stumpfes, struppiges Fell. Er braucht sein spezielles Diätfutter (+ Enzymmischung) auf fünf kleine Mahlzeiten täglich verteilt, dazu noch Medikamente und alle paar Wochen eine Injektion mit Vitamin B-12 (eklatanter B-12-Mangel ist typisch bei Pankreasinsuffizienz) – regelmäßig muss er auch zur Blutabnahme.

Kyrill liegt und schläft – seine schlechte körperliche Verfassung springt ins Auge!

Zu allem Übel besteht bei Kyrill Verdacht auf Lymphom – bestätigt sich dieser, ist das natürlich niederschmetternd. Doch umso mehr braucht er ein Zuhause, wo auf seine Bedürfnisse geachtet wird und wo er Ruhe und Geborgenheit findet, denn die Sonderbetreuung von schwer kranken Hunden kann auch das beste Tierheimpersonal aus Zeitmangel nicht bewerkstelligen. Noch dazu sind kranke und alte Hunde durch die Unterbringung im Tierheim – mit seinem ständigen Lärm, dem Kommen&Gehen von Besucher*innen und den wechselnden Pfleger*innen etc. – extrem gestresst, was sich überaus negativ auf ihre Krankheit und seelische Verfassung auswirkt.

Info zu Suri

Suri ist, wie Kyrill, gleichfalls 8 Jahre alt. Sie leidet an Hüftgelenksarthrose in fortgeschrittenem Stadium, weshalb es beim Gehen und Laufen immer wieder zum Nachschleifen der Hinterbeine kommt (insbes. das linke Hinterbein ist bereits deutlich von Lahmheit betroffen).

Suri liegt beim Tor des großen Auslaufes, den sie mit Kyrill bewohnt. Die Hitze setzt ihr zu und sie braucht etwas Erholung, aber wirklich entspannt ist sie nicht: mit den Augen beobachtet sie alles, was sich vor ihr abspielt, gleichzeitig checken die Ohren alles, was seitlich und hinter ihr passiert. Sie ist allzeit bereit, nach dem Rechten zu sehen …

Suri braucht dringend Physiotherapie und auch spezifisches, individuell auf sie abgestimmtes Bewegungstraining, wie ich es bspw. als Handicap-Dogging in meinem Verein Schlaubetal-Caniden e.V. anbiete. Es handelt sich dabei um ein Fit&Fun-Programm, welches ich bereits in Österreich für meinen damaligen Verein Helping Dogs entwickelt hatte und sowohl Menschen als auch Hunden mit Handicaps erlaubt, Hundesport zu betreiben. Hier wird Mobilitätstraining (mit und ohne Geräte) in Slow Motion ausgeführt, d.h. langsam und konzentriert, ohne Leistungs- und Zeitdruck. Durch diese behutsame Gymnastizierung verbessern sich Körperwahrnehmung, Stabilisation, Gangbild, Koordination und Kraft – letztlich fördert Handicap-Dogging eben nicht nur die körperliche Beweglichkeit, sondern gleichwohl kognitive Leistungsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden.

Im Tierheim hat Suri die „Aufpasser“-Rolle übernommen – irgendwer muss es ja tun, denn in einem Tierheim ist immer was los … das runde Porträtfoto ganz oben zeigt die hübsche Hundedame zwar in Liegeposition, jedoch von Entspannung kann keine Rede sein: wie in der Fotobeschreibung dargestellt, ist sie stets auf der Hut, ob es irgendwo irgendetwas für sie zu „(be)arbeiten“ gibt …
Und auch Kyrill kommt kaum zur Ruhe: wenn er nicht grad am Zaun steht und kuckt, rennt er alarmiert mal da- und mal dorthin oder er läuft völlig entnervt Runde um Runde im Kreis … selbst bei gut geführten Tierheimen (wie im Tierheim am See) ist der allgegenwärtige Stress für die Tiere unfassbar hoch!

Stress ist im Tierheim allgegenwärtig: Obwohl zurzeit grad Hitzewelle herrscht und jeder (egal ob Mensch oder Tier) den Tag am liebsten im kühlen Wasserbad „verschlafen“ möchte, ist bei Suri und Kyrill an Ruhe und Entspannung nicht zu denken. Es passiert immer wieder irgendetwas, sodass die Hunde quasi permanent in Alarmbereitschaft sind, um jederzeit alles „checken“ zu können. Das ist sicherlich nicht gesund – der erhöhte Stresslevel steigert die allgemeine Erregung und Nervosität der Hunde: Suri wurde in die „Aufpasser-Rolle“ katapultiert und der abgemagerte Kyrill zeigt mit seinem Im-Kreis-Laufen bereits stereotypes Verhalten.

Neue Pflegehunde?!

Mehrhundehaltung ist wohl die artgerechteste Lebensform für Haushunde. Doch es reicht nicht, willkürlich Hunde zusammenzubringen und darauf zu hoffen, sie würden sich schon irgendwie arrangieren. Die Integration eines neuen Hundes in eine bereits bestehende vierbeinige Lebensgemeinschaft erfordert Einfühlungsvermögen, Erfahrung und fundierte kynologische Kenntnisse, allem voran das „Lesen“ der Hunde. Nur dann ist eine realistische Abschätzung über Sinn bzw. Unsinn der Aufnahme von neuen Hunden möglich.

Besuch im Tierheim am See, 29. Juli 2020

„Liebe auf den ersten Blick“ sieht zwar anders aus, doch darum geht es auch gar nicht beim Kennenlernen … noch dazu war bei der Konstellation „intakter Rüde [Kyrill] vs. kastrierter Rüde, der intakte Rüden nicht leiden kann [Chekotee]“ vorerst nicht einmal gegenseitige Akzeptanz zu erwarten. Also mussten die beiden (zumindest anfangs) Maulkörbe tragen – Sicherheit geht eben vor.

Der 8-jährige – aus früherem ModeUNsinn kupierte – Kyrill, wegen chronischer Bauchspeicheldrüsenerkrankung ziemlich abgemagert, trug seinen Maulkorb eher gelassen als notwendiges Übel.

Chekotee hingegen, mein 5-jähriger „Draufgänger mit Angsthintergrund“, fühlte sich durch die laute Tierheim-Situation – noch dazu in Kombination mit dem (an sich bekannten) Maulkorb – so eingeschüchtert, dass er nur weg wollte.

Wenn Chekotee stark überfordert und geängstigt ist, sucht er stets bei mir Sicherheit und Schutz, denn er weiß, er kann sich darauf verlassen, dass ich ihm beistehe und ihm Unangenehmes „vom Leib halte“ – so wie ich Kyrill hier durch ein Handzeichen auf Abstand hielt.

Kyrill akzeptierte mein Signal, wich Chekotee aus und kam ihm in dieser Situation nicht mehr zu nahe. Für mich war das ein wesentlicher Hinweis darauf, dass Kyrill kommunizieren KANN und WILL – gute Voraussetzungen für eine Integration!

Erstes Kennenlernen zwischen Kyrill & Chekotee im Tierheim-Areal – und mit Maulkorb;-(
Video: Ute Schwetschke

Wie am Schluss des Videos zu sehen ist, blieb Suri (Kyrill´s Schäferhund-Freundin) völlig unbeeindruckt von unseren Interaktionen liegen, ihre Aufmerksamkeit war vielmehr nach hinten zu den Hunden im Nachbargehege gerichtet …

Die achtjährige Suri leidet an schwerer Hüftgelenksarthrose und an der Hitzewelle, welche zurzeit herrscht. Nur beim Zerrspiel erwachen ihre Lebensgeister: hier im Tierheim mangels eines passenden Spielzeugs bloß ein Stock.
Im Video ist außerdem zu erkennen, dass ihre Zähne nahezu komplett abgeschabt sind – ein Phänomen, welches wir im Tierschutz häufig bei Kettenhunden erleben. Suri kaut grundsätzlich auf allem gern herum, auch auf Steinen; daher werden wohl oder übel ihre abgeschliffenen Zähne stammen.

Trotz hochsommerlicher Hitze ist Suri für ein Zerrspiel immer zu haben!
Video: Mirjam Silber
Hört Suri auf ihren Namen?
Video: Mirjam Silber

Beim Zerrspiel mit Suri im Tierheim testete ich wiederholt, ob sie auf ihren Namen hört: In Spielpausen rief ich freundlich und einladend „Suri“ – jedesmal reagierte sie prompt und kam sofort zu mir. Ein gutes Zeichen für die Integration in einen Mehrhundehaushalt!

Neue Pflegehunde?

Suri und Kyrill aus dem Tierheim am See warten auf einen Dauerpflegeplatz …

Alles begann mit einem VIDEO

… von dem ich so berührt und begeistert war, dass ich folgenden Kommentar dazu schrieb:

Hallo, vielleicht kann ich helfen, ich möchte als Pflegehunde eben solche „ungewollten“ Hundesenioren aufnehmen, ihnen einen schönen Lebensabend schenken, sie rehabilitativ (Mobility, TellingtonTouch) und wenn´s dann soweit ist ebenso palliativ betreuen.

Voraussetzung ist natürlich, dass sich Suri und Kyrill mit den bereits bei Schlaubetal-Caniden e.V. lebenden beiden Hunden Speedy und Chekotee vertragen. Dafür wird zurzeit behutsames Kennenlernen durchgeführt – diese Blog-Serie „Neue Pflegehunde“ berichtet über unsere Fortschritte …


Der nächste Beitrag Neue Pflegehunde 2 beschreibt das allererste „Date“ zwischen Speedy & Chekotee und Suri & Kyrill.

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Mirjam Silber

über Likes, Kommentare und Follower freue ich mich natürlich!

Hundehospiz bei Schlaubetal-Caniden e.V.

Alte und kranke Hunde aus dem Tierschutz finden bei Schlaubetal-Caniden e.V. rehabilitative und palliative Pflegestellen.

Mein Herz schlägt ganz besonders für alte Hunde. Natürlich für alle Tiere, aber mit den Senioren fühle ich mich eben in besonderer Weise verbunden. Vielleicht weil ich durch meine Körperbehinderung am eigenen Leib spüre, was es heißt, beeinträchtigt zu sein … schließlich es ist nun mal der Lauf des Lebens, dass Altern mehr oder weniger Einschränkungen mit sich bringt – auch bei Tieren.
Andererseits kommt mit dem Alter aber gleichwohl Ruhe, Zufriedenheit, Weisheit und innere Bereicherung – bei einer mehr, beim anderen halt weniger;-)

Für mich ist es ein sehr kostbares Geschenk, einen Hund bis ins hohe Alter begleiten zu dürfen, dabei entsteht eine unbeschreiblich innige Verbundenheit, auch wenn einem der Abschied jedesmal das Herz zerreißt. Aber wenn man ein so großes Herz hat wie ich, dann ist darin viel Platz für viele „graue Schnauzen“:-)

Selbstverständlich betreue ich weiterhin Angst- und Deprivationshunde, jedoch soll mein kleines Hundeheim hier im Verein Schlaubetal-Caniden e.V. in erster Linie ein Hundeseniorenheim sein – noch dazu gelten im Tierschutz alte Hund in der Regel als kaum bis gar nicht vermittelbar, leiden aber meistens umso mehr unter den stressigen Bedingungen, die ein Tierheim im Allgemeinen mit sich bringt.

Mein Verein steht in Austausch und Kooperation mit dem Tierheim am See in Eisenhüttenstadt – dort warten momentan zwei Hundesenioren darauf, in ihre Pflegestelle bei Schlaubetal-Caniden e.V. zu ziehen …