Bemerkenswert

Helping Dogs on Tour: Naturschutz in Deutschland

Helping Dogs – das sind wir:

GIZMO: 13-jähriger Tierschutzhund, Therapiebegleithund (a.D.), Servicehund (a.D.)

SPEEDY: 6-jähriger Tierschutzhund, Helping Dog

Speedy&VgT-cow

CHEKOTEE: 5-jähriger Tierschutzhund, Angsthund & „Nesthäkchen“

MIRJAM: wegen Körperbehinderung frühpensioniert, im Tier-, Natur- und Artenschutz aktiv


LEAH – in memoriam:
15-jährige Tierschutzhündin, Therapiebegleithund (a.D.), Servicehund (a.D.)
gestorben am 19. Oktober 2018

Geliebte Seelenfreundin! Du wirst immer in meinen Gedanken und in meinem Herzen sein!


Der gemeinnützige Assistenzhunde- und Tierschutzverein HELPING DOGS wandert nach Deutschland aus (warum – das erfahrt Ihr in den weiteren Blogbeiträgen der Kategorie „Präambel“: Backgroundstory – „Woodquarter“ & Politics, Warum gerade Deutschland?, Auswahl der Wolfs- und Moorregionen)!
In Deutschland werde ich ehrenamtlich im Naturschutz tätig sein (natürlich gemeinsam mit meinen Hunden: die beiden Junghunde als Artenschutz-Suchhunde). Eigentlich wollte ich ja an die Ostsee ziehen, doch da wimmelt es nur so von Touristen – nichts für uns. Deshalb nahm ich liebend gern das Offert des BUND Brandenburg an, für das LfU (Landesamt für Umwelt) im „Wolfsmonitoring“ und „Moormonitoring“ tätig zu sein!
Da ich glücklicherweise seit Jahren keinen Rollstuhl mehr benötige, sondern dank meiner Bein-Orthesen recht gut gehen kann (auch auf Waldwegen) und sowieso viel mit meinen Hunden draußen unterwegs bin, lässt sich das Naturschutzmonitoring ideal in meinen Alltag integrieren.
Durch Umbau des Autos auf Handbetrieb sind auch Menschen mit Behinderung wie ich in der Lage, eigenständig und sogar mit Wohnwagen mobil zu sein! Eh klar, ein Camperleben ist nicht jederfraus Sache, aber für mich – noch dazu mit mehreren Hunden – bedeutet dies ein Optimum an Selbstbestimmtheit, Unabhängigkeit und Freiheit:-)

In diesem Blog nehme ich Euch mit auf unsere faszinierende, spannende, lehrreiche und abenteuerliche Reise auf der Suche nach einem neuen Zuhause in Brandenburg, zu Deutschlands Wölfen und Mooren, zu Naturschutzgebieten und deren Vielfalt an Fauna und Flora, zu Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzen und auch zu sinnlichen Momenten des Erlebens elementarer Verbundenheit mit der Natur.

Viel Freude beim Mitreisen wünschen Mirjam Silber und die Helping Dogs!

Endlich richtig angekommen!

sdr
Mein Wohnhaus in Henzendorf!

Nach langer Reise und langem „Leben im Provisorium“ habe ich (oder hat mich) endlich mein Traumhaus gefunden: in einer kleinen ruhigen Ortschaft, rundherum Wälder und nahebei ein See – Henzendorf ist echt idyllisch!

Henzendorfersee-komprimiert

Wie es dazu kam und welch wundersame und wunderschöne Erlebnisse wir bis dahin hatten – diese Geschichten erzähle ich Euch ein andermal …

Jetzt nur soviel: die Doggies und ich sind sehr glücklich hier und wir haben sogar schon Zuwachs, nämlich eine Tierschutz-Katzenfamilie (Mama und vier Kitten)!

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Gizmo, Speedy und Chekotee

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Ayla – Katzenmammi

Weitere Berichte und Fotos zur Katzenfamilie: Pflegekätzchen

 

 

Endlich angekommen!

Die vergangenen Wochen waren wir total im Stress wegen Haussuche – wer hätte auch gedacht, dass es soooooooooo schwierig ist, in der Region Lieberose/Schlaubetal ein Haus zu finden?! In den wenigsten Dörfern stehen Häuser leer und falls doch, sind sie entweder abrissreif oder es hängen hektarweise Felder & Wälder dran oder sie sind viiiiiiiel zu teuer. Ich war ziemlich verzweifelt und sah mich schon als Obdachlose im Winter, noch dazu sinnierte ich vor mich hin, das kann´s doch nicht geben: ich komme extra nach Deutschland, um hier ehrenamtlich im Naturschutz tätig zu sein und habe plötzlich außer dem ganz und gar nicht winterfesten Mini-Wohnwagen kein Dach überm Kopf!!!
Doch glücklicherweise bin ich hier bereits ganz gut vernetzt [das macht mein Wiener Charme;-)], sodass jede Menge netter Leute mit mir und für mich suchen (allen voran „mein Schutzengel“ Karin, eine sehr liebenswürdige Dame, die mich außerdem mit hochinteressanten Menschen bekanntmacht – ohne sie säße ich immer noch auf der Straße)! Nun endlich fand ich ein Winterquartier, wo ich mit den Hunden wohnen und auch meine ganzen Sachen aus Österreich nahebei einlagern kann: in der Bungalowanlage „Zur Jagdhütte“ in Chossewitz [sprich: Koschewitz]. Die familiäre Ferienhausanlage liegt idyllisch und ruhig am Wald und am See im wunderschönen Schlaubetal, wo es Wanderwege ohne Ende gibt – ab Mitte Oktober wird einer der dortigen Bungalows zu unserem neuen Zuhause. Momentan werden die Häuschen noch von Gästen frequentiert, weshalb wir weiterhin im Puscherl wohnen, aber mit der Aussicht auf ein baldiges Heim ist alles „easy“ (noch dazu meinte es der Herbst bislang ja besonders gut mit uns)! Nunmehr fällt der ganze Stress ab und ich merke auf einmal, wieviel Energie mich diese Suche und Ungewissheit gekostet hat, denn ich bin – zum ersten Mal auf meiner Tour – völlig k.o., so richtig erschöpft … aber hier bei Monika, Hartwig und Wolfgang, die mich so herzlich bei sich aufnahmen, kann ich mich schön erholen und auch die Hunde genießen diese vielen Ruhephasen in vollen Zügen, wie auf dem Foto oben unschwer zu erkennen ist:-)
Natürlich geht die Suche nach einem passenden Haus weiter, aber eben in aller Ruhe, ohne Druck – außerdem werden sich sicherlich mehr Türen öffnen, wenn ich erst einmal einige Monate hier gelebt und mich eingearbeitet habe …

Haussuche in der Region Lieberose/Schlaubetal

Nach zweimonatiger Tour durch Brandenburg steht es nun für mich fest: die Region Lieberose/Schlaubetal (im Südosten Brandenburgs) wird mein neues Zuhause. Hier gefällt es mir landschaftlich sehr gut, es gibt viele Seen und Wälder (und Moore und Wölfe), zudem scheint die Chemie zwischen mir und den BewohnerInnen zu stimmen, denn ich begegne auf meinen „Dörfer-Touren“ durchwegs sympathischen, freundlichen und offenen Menschen (übrigens das totale Gegenteil zum Waldviertel)! Irgendwo wartet hier ein Häuschen mit Garten auf mich und die Doggies – wir müssen nur noch zueinander finden …

Über die spannenden Stationen bisher berichte ich demnächst Stück für Stück (und natürlich wiederum mit vielen schönen Fotos)!

Meine ersten Wolfsspuren

Zunächst überspringe ich sämtliche zwischenzeitliche – wenngleich durchaus hochinteressante – Erlebnisse (diese Beiträge werden nachgereicht), um über einen sensationellen Tag zu berichten: Am Sonntag, 26.8.2018, konnte ich bei einer Tour mit dem Wolfsbeauftragten Edwin Majaura im Territorium Lieberoser Heide zum ersten Mal Spuren von wilden Wölfen sehen!! Es war unglaublich faszinierend und spannend, tatsächlich da draußen in der Natur zu sein und zu erkennen, dass hier kürzlich Wölfe vorbeigelaufen sind!! Vielleicht haben sie uns sogar aus einem nicht allzu fernen Versteck beobachtet und sich gedacht, schon wieder so verrückte Menschen, die sich unheimlich freuen, wenn sie ein paar Fährten von uns finden;-)

Frische Losungen waren leider keine zu entdecken, aber dafür fanden wir in einem Heidegebüsch eine alte, vertrocknete Wolfslosung mit den typischen Kennzeichen an Knochen- und Fellstückchen sowie Pflanzenfasern (als FeldforscherIn hat man/frau natürlich keinerlei Problem damit, die Hinterlassenschaften anzufassen und genauestens zu untersuchen – wobei diese schon so eingetrocknet waren, dass wir kaum mehr Geruch wahrnahmen)!

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Zu meiner großen Freude entdeckten wir auch eine Wolfsfährte, bei der sogar Krallenabdrücke sichtbar waren!

Wolfsspur_mit-Krallenabdrücken_versteckt-im-Sand
© Mirjam Silber

Für alle, die´s nicht so richtig erkennen können, hier noch eine Großaufnahme:

Natürlich wurden auch Edwins Fotofallen kontrolliert, wo tatsächlich einige Wölfe vorbeigezogen waren – hier ein Wolfsfoto aus der Lieberoser Heide (mit freundlicher Genehmigung von Edwin Majaura):

Fotofalle-EdwinMajaura_Wolf-LiebroserHeide_26.08.18
© Edwin Majaura

Was für ein wundervoller, ereignisreicher und inspirierender Tag in der – langsam in Blüte kommenden – Lieberoser Heide!

Heidekraut-Panorama

Sämtliche Fotos (sofern nicht anders angegeben) © Mirjam Silber

Von Neu- nach Altglobsow

An der Tauchstation Stechlin sollte ein größeres Event stattfinden, weshalb ich nach einigen angenehmen Tagen wiederum aufbrach, diesmal jedoch gar nicht weit, sondern bloß in die Nachbarortschaft am Globsowsee – auch ein wunderschönes Fleckchen Erde! Der dortige Ferienhof Altglobsow beherbergt etliche Dauercamper und hat zudem zwei große Wiesen für durchziehende Gäste, wo ich die meiste Zeit der zwei Wochen, die ich dort zubrachte, die einzige auf dem Platz war und die Ruhe echt genoss. Meine Hunde gewöhnten sich schließlich so daran, die „Alleinherrscher“ über die gesamte Wiese zu sein, dass sie jeden Herannahenden „brav“ meldeten, sogar die Chefin und den Chef des Ferienhofs (die das jedoch mit Humor nahmen, da sie selbst einen Hund haben, die süße Dackeldame Lizzy, und mit der „Hundelogik“ vertraut sind)!
Insbesondere Chekotee, der ja im Laufe unserer Reise zusehends aufblühte, tat es richtig gut, längere Zeit an einem Ort zu sein, er fühlte sich nach wenigen Tagen bereits so zuhause, dass er immer öfter von allein aus dem Wohnwagen kam, sich zu den anderen mit auf die Wiese gesellte, um vergnügt zu spielen, herumzutollen oder einfach nur zu relaxen;-)

Ferienhof-Altglobsow_Youngsterboys-like-old-campers

work in progress …

 

Am Stechlinsee

„Im Norden der Grafschaft Ruppin, hart an der mecklenburgischen Grenze, zieht sich von dem Städtchen Gransee bis nach Rheinsberg hin eine mehrere Meilen lange Seenkette durch eine menschenarme, nur hie und da mit ein paar Dörfern, sonst aber ausschließlich mit Förstereien, Glas- und Teeröfen besetzte Waldung.“ (Theodor Fontane)

Das Stechlin-Ruppiner Seenland ist geprägt von Buchenwäldern und Klarwasserseen. Der Große Stechlinsee ist mit seinen 425 ha (und einer Tiefe bis zu 69 m) der größte und bedeutendste der weit mehr als 150 Seen in dieser Region. Sein Name kommt aus dem Slawischen, höchstwahrscheinlich von „steklo“, was „Glas“ bedeutet – absolut passend für den glasklaren See.

Stechlinsee_glasklar

Solcherart gute Sichtweiten ergeben sich in nährstoffarmen Seen, deren Grund reich an Wiesen ist, die wiederum bestes Nahrungsangebot für Fische sind, weshalb der See auch großen Fischreichtum hat. Kein Wunder, dass der Stechlinsee nicht nur bei Wanderern und Naturliebhabern, sondern ebenso bei Tauchern sehr beliebt ist – darum gibt es dort die Tauchbasis Stechlin in Neuglobsow, wo ich für einige Tage recht gemütlich unterkam. Für die Hunde waren die Taucher in ihrer Ausrüstung zwar ziemlich seltsam anzusehen, dafür fanden sie aber rasch Hundefreunde zum Spielen, weil einer der Mitarbeiter selbst Hunde hatte und auch immer wieder Hunde der Tauchgäste zugegen waren!

Sogar unser Angsthäschen Chekotee (der sich ja bereits am Seddiner See in entspannten Hundebegegnungen geübt hatte) kam immer wieder FREIWILLIG aus dem Wohnwagen heraus, um mit bei der lustigen Schar zu sein – natürlich mit aller Skepsis und jederzeit bereit, wieder zurück in seine „Puscherl-Höhle“ zu laufen;-)

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Am meisten genossen die Hunde (und ich natürlich auch!) den herrlich klaren See, was bei der Hitzewelle sowieso die einzige Chance auf etwas Abkühlung war, zudem fanden wir stets einen ungestörten, völlig menschenleeren Platz!

Stechlinsee_Hunde-1Stechlinsee_Hunde-4

Auch für mich war das Schwimmengehen einfach, denn an vielen Stellen ragten dicke Äste oder gar Bäume weit ins Wasser hinein, sodass ich mich beim Hineingehen daran wie an einem Geländer festhalten konnte, bis das Wasser tief genug war, um mit einem „Köpfler“ ins kühle Nass zu springen;-)

Stechlinsee_'Geländer'

Hier konnte sich auch Chekotee sehr leicht entspannen und unbeschwert gemeinsam mit uns den Tag genießen – es ist ja auch soooooo angenehm, am Strand zu liegen (vor dir der See, hinter dir die Wälder!) und zwischendurch ein bissl zu dösen:-)

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Mit drei Hunden am Strand

Mit Hunden auf Reisen zu gehen, ist ein Abenteuer! Mit drei Hunden, von denen jeder „besonders“ ist, umso mehr!
LEAH, meine Assistenzhündin (in Pension): mit ihren 14-15 Jahren wahrlich uralt, herzkranke Arthrose-Schmerzpatientin, ein kleines bissl dement und seit einem halben Jahr noch dazu taub, aber – auch dank der Medikamente – immer noch guter Dinge, fit und mobil:-)
SPEEDY, mein Assistenzhund (in Ausbildung): ehemaliger Deprivations- und Angsthund, ein hochsensibler, empfindsamer und zurückhaltender B-Typ-Hund, der aufgrund seiner frühen schlechten Erfahrungen mit Leuten, die keine Ahnung vom Umgang mit Angsthunden hatten, skeptisch auf Menschen reagiert, jedoch unter Hunden ein totaler Charmeur und Herzensbrecher ist (am liebsten möchte er mit allen Hunden spielen) – aufgrund seiner Scheu vor Menschen wird er wohl niemals die staatliche Assistenzhundeprüfung absolvieren, obwohl er sämtliche Hilfsleistungen für mich perfekt und v.a. freudig erledigt … aber mir macht das nichts, ich habe ihm geholfen (und helfe ihm auch weiterhin in Situationen, die ihm zuviel sind), seine Angst vor der großen Welt zu bewältigen, er hilft mir, meinen Alltag zu bewältigen, beide sind glücklich, that´s it:-)
CHEKOTEE, mein Nesthäkchen: Deprivations- und Angsthund mit schwersten Angststörungen (v.a. hochgradiger Neophobie), vom Naturell her eigentlich ein A-Typ, jedoch aufgrund seiner massiven Deprivationsschäden und Traumata (Misshandlung!) wird er leider sein Leben lang psychosozial behindert bleiben, auch wenn seine Verhaltenstherapie äußerst positiv verläuft, extrem langsam zwar, aber stets mit Fortschritten! Er profitiert am meisten von unserer Reise, weil er – im geschützten Rahmen – immer wieder mit neuen Situationen konfrontiert wird, die es gemeinsam zu bewältigen gilt; anfangs noch mit medikamentöser Unterstützung (quasi als eine Art „Polster“ zwischen ihm und der Welt, die dann nicht mehr allzu furchterregend wirkt), doch in der 3. Woche konnte ich die Medikamente ausschleichen und seit der 4. Woche braucht er gar keine mehr! So sehr er auch die Ruhe und Abgeschiedenheit unseres früheren Zuhauses im Waldviertel gebraucht hat, so essentiell war es nunmehr auch, in die Welt hinauszugehen (bei mir war es ja ähnlich) und ich bin jedesmal von Neuem erstaunt, wie großartig er sich entwickelt, ja über sich hinauswächst, bspw. spaziert er mittlerweile schon wie ein alter Camper durch die Campingplätze, vorbei an Zelten, Wohnwägen und Autos, Gebäuden und – Menschen!! Vor einem halben Jahr wäre dies alles noch gar nicht möglich gewesen für ihn, doch nun – mit dem nötigen Basisvertrauen – wächst er stetig an seinen „Aufgaben“, wird immer mutiger und gelassener … es ist so eine Riesenfreude, ihm zuzusehen, wie er immer mehr aufblüht:-) Wer hätte gedacht, dass dieser Angsthund jemals entspannt und vergnügt auf der Stranddecke am See liegt?!

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