Naturpark Nuthe-Nieplitz: Chekotee´s Erfolgserlebnis im Naturparkzentrum

Nuthe-Nieplitz-Zentrum_Chekotee-im-Gras_GelberHund

Vom Seddiner See aus besuchten wir das Wildgehege Glauer Tal im Naturpark Nuthe-Nieplitz. Zum allerersten Mal war Chekotee in einer öffentlichen „Parkanlage“ – alles neu, aufregend und zunächst auch furchteinflößend! Doch wir gingen´s wie immer gemächlich an: Anschauen aus sicherer Entfernung, ausgiebig Schnüffeln … auch mal Zurückgehen falls nötig …
Eingezäunte Tiergehege kennen alle meine Hunde bereits aus dem Waldviertel, da ich ihnen immer wieder Koppeln und Weiden mit Tieren gezeigt und positiv verknüpft hatte (Hühner, Gänse, Schafe, Ziegen, Esel, Pferde – und seit Neuestem auch Kühe – sind ihnen vertraut, ebenso wissen meine Doggies, dass diese Tiere in Ruhe gelassen werden wollen und man am besten einen gewissen Abstand zu ihnen hält). Gute Voraussetzungen also für ein Wildgehege – bleibt demnach „nur“ der angstmachende Faktor einer „neuen, d.h. fremden Umgebung“ …
Meine in gewohnt ruhiger Sprechweise vorgebrachten Erklärungen zu all dem Unbekannten ließen Chekotee´s Angst und auch Speedy´s Scheu immer mehr schwinden. Glücklicherweise waren an diesem Tag kaum Besucher im Naturpark: den wenigen herumspazierenden Familien wichen wir in aller Ruhe großräumig aus, sodass Chekotee nicht Gefahr lief, in Panik zu geraten, wodurch er sich zusehends immer mehr entspannte:-)
Offenbar hatte er einen ganz besonders mutigen Tag, sodass ich alle drei Hunde mit in das Naturparkzentrum (!) nahm, wo sie eine Viertelstunde lang ruhig neben mir saßen, während ich mit dem dortigen „Naturschutzkollegen“ fachsimpelte!! Speedy hielt wie immer etwas Distanz zum fremden Geschehen und beobachtete – brav sitzend – alles intensiv, Leah legte sich wie immer neben mich und nutzte die Gehpause zu einem kleinen Nickerchen, nur der verführerische Duft der Biowaren in den Regalen brachte sie zwischendurch zum Aufstehen und Hinschnüffeln – was sie früher als Assistenzhündin niemals gemacht hätte, aber jetzt ist die alte Dame ja in Pension, also außer Dienst, da nimmt sie´s nicht mehr so genau mit den Vorschriften;-)
Und Chekotee, ja unser Chekotee war unglaublich: dicht an meiner Seite spazierte er gemeinsam mit Leah und Speedy an kurzer Leine (quasi im „Dreierpack“) ins Gebäude hinein als wäre dies die selbstverständlichste Sache der Welt, setzte sich auf mein „Settle-down“-Signal direkt vor meine Füße, wo er – zwar immer wieder rundum und auch zu mir hinauf blickend – die ganze Zeit relativ entspannt blieb … ein Riesenfortschritt und beachtenswerter Meilenstein in seiner Angstgeschichte:-)
Selbstverständlich wollte ich es nicht übertreiben und beendete das interessante Gespräch lang vor den ersten Stressanzeichen, sodass alle Hunde (und ich natürlich auch!) mit Freude und Stolz hinaus in den Wildpark gingen, wo wir uns zur „Belohnung“ ein eher abgeschiedenes lauschiges Plätzchen suchten, um – ganz allein für uns – inmitten der Natur Rast machten:-)

All-3_So-erholsam-ist's-im-Naturpark!

Gestrandet am Seddiner See

Seddinersee_Titelbild

Für den 22. Juli hatten meine Berliner Freundin Arta und ich ein Treffen im Raum Potsdam vereinbart, damit ich endlich die kleine Ada kennenlerne:-) Deshalb machte ich vor meiner Reise ins Ruppiner Seenland Zwischenstation nahe Potsdam und landete bei Icanos e.V., einem alten DDR-Campingplatz mit viel Charme und Charisma, inmitten von Wäldern und direkt am Seddiner See gelegen. Unser Plätzchen war total idyllisch unter den Bäumen im Schatten:

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Blick über die Benjeshecke (s.u.) zum Puscherl

Beim Ankommen wurden wir sehr freundlich vom humorigen Platzwart Bernd empfangen, der auch gleich gemeinsam mit einigen herbeigeeilten Helfern (anderen Campern) das Puscherl, welches bewundernde Blicke und Worte erntete, per Hand in die richtige Position schob. Auch im weiteren Verlauf meines Aufenthalts genoss ich die Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Aufgeschlossenheit und Offenheit der Camper [insgesamt empfinde ich „die Deutschen“ wesentlich freundlicher als „die Österreicher“ – man begrüßt einander und bleibt auch gern stehen, um ein bisschen zu plaudern, woraus sich dann nicht selten sogar längere interessante Gespräche (und sogar Musiksessions – wie mit meinen sehr sympathischen „Nachbarn“!) entwickeln … alles in allem kein Vergleich zu meiner österreichischen Heimat, wo für die meisten Dorfbewohner Grüßen ein Fremdwort ist und Beschimpfungen gar zum „normalen“ Umgangston zählen]! Hier in Deutschland jedenfalls erfahre ich durchgehend Wohlwollen und Freundlichkeit, was das alltägliche Miteinander natürlich überaus angenehm macht – tja, so fröhlich, leicht und unbeschwert kann das Leben sein:-)

Der idyllische Natur-Campingplatz bietet alles, was man zum Campen braucht (Strom, Internet, WC, Dusche, Waschmaschine usw., sogar einen Kiosk für Eis, Getränke, kleinere Imbisse etc., wo man auch seine Frühstücksweckerl – auf Deutsch: „Brötchen“ – erhält).

Als Begrenzung fungiert dort die sog. „Benjeshecke“, ein aus Naturmaterialien aufgeschichteter und natürlich „wachsender“ Zaun:

Das Herzstück ist – eh klar – der traumhaft schöne Seddiner See – in diesem extrem heißen Sommer besonders warm, aber dennoch jedesmal aufs Neue erfrischend:

Seddinersee_Blick-aus-Badebucht

Die waldumsäumten Ufer öffnen sich immer wieder zu kleineren Buchten, wo man auch mit drei Hunden ungestört am Strand liegen und schwimmen gehen kann!

Doggies-Seddinersee

Leah ist als ausgebildete Assistenzhündin sowieso die Coole, die alles gelassen mitmacht, auch Speedy wird immer souveräner im Umgang mit neuen Situationen, aber dass Chekotee schon so nervenstark ist, sich an einem völlig fremden Ort einfach auf die Decke zu legen und den Tag zu genießen, das grenzt fast an ein Wunder!!
Tja, wenn ein – verhaltenstherapeutisch gut betreuter (ein bissl darf ich mich schon loben, gel?!) – Angsthund eine Reise tut …

Chekotee-entspannt-am-Strand-mit-Leah&Speedy

Wunderschön war auch, erstmals gemeinsam mit Leah zu schwimmen:-) Sie machte zwar große Augen, als auch ich ins Wasser ging (bzw. wankte, denn ohne Orthesen ist mein Gangbild ja nicht sonderlich „gleichmäßig“) und altersbedingt schwimmt sie eh nur noch kurze Streckchen, aber die paar Meter miteinander zu schwimmen und auch noch erleben zu dürfen, wie sie freudestrahlend in meine Arme geschwommen kommt, das war unbeschreiblich beglückend – für uns beide:-) Danach hatte sie sich ihr Päuschen auf der Decke wohl verdient!

Leah-1.x-mit-mir-schwimmen-1Nicht zu vergessen: Leah nimmt auch immer ihre „Pflicht“, auf meine Orthesen aufzupassen, während ich im Wasser bin, sehr ernst – in jeder Lebens- (bzw. Liege-)lage;-)

Arta besuchte mich mit Ada am Seddiner See: die kleine Ada, echt ein süüüüüüüßes Mäderl, war ganz angetan von den Hunden und vom Spielen im Sand:-) Wir verbrachten einen wundervollen Nachmittag am Strand mit viel Reden und Lachen, nur auf´s Fotografieren haben wir – vor lauter „den Moment genießen“ – völlig vergessen …

Warum schrieb ich eigentlich „gestrandet“ im Titel? Hehehihi, weil ich beim Reversieren im Wald mit meinem schönen roten Qubo einen Baum „geküsst“ hab;-) Aber durch die verdunkelte Heckscheibe konnte ich das Bäumchen tatsächlich nicht sehen und jener modernen „Einparkautomatik“, die beim „Puscherl-Einspannen“ immer schon in höchsten Tönen schreit und quiekt, obwohl ich noch mehr als einen Meter von der Anhängevorrichtung entfernt bin, glaube ich gar nichts mehr, doch diesmal hatte sie recht, die nervtötende Piepsautomatik …
Naja, die Michendorfer ADAC-Werkstatt, welche rund um die Uhr besetzt ist, brachte Abhilfe, vor allem brachte ein Mechaniker mein Auto, das wegen der zersplitterten Heckscheibe nicht mehr verkehrstauglich war, zur Werkstatt (so richtig fesch, mein „lädierter“ Qubo auf dem Abschleppwagen, gel?!):

FiatQubo_ADAC-AbholungZufälligerweise hatte ich eine Ersatzheckscheibe unter meinen eingelagerten Sachen in Neuriegers, welche von meinen Hofnachfolgern bestens verpackt an die ADAC-Werkstatt geschickt wurde, doch dort kam sie nicht nur verspätet [meine Camping-Nachbarn freuten sich sehr über die zusätzlichen Musikjams mit mir!], sondern auch zerbrochen (!) an, weshalb ich einige weitere Tage anhängen musste, um auf eine von der Werkstatt neu bestellte Heckscheibe zu warten  – oj gewalt, noch mehr Urlaub am See … so viel Idylle, das ist ja gar nicht auszuhalten!! Meine Nachbarn witzelten übrigens bereits, was sie alles an meinem Wohnwagen kaputt machen könnten, um mich noch länger hierzubehalten, weiterhin mit mir zu musizieren und mich für´s Übersetzen jiddischer Texte „zur Hand“ haben, hihihi;-) Diese angenehm unkomplizierte Art, ins Gespräch zu kommen und sich auf intellektuell-humoriger Ebene auszutauschen, einfach so gemeinsam Musik zu machen, miteinander zu lachen und auch miteinander meditativ zu schweigen (z.B. bei der Beobachtung der Mondfinsternis nächtens am Strand) … da merkte ich erst, wie sehr mir das v.a. in letzter Zeit im stumpfen Waldviertel gefehlt hatte!
Jedenfalls waren diese 9 Tage eine sehr, sehr schöne, entspannte, köstliche und amüsante Zeit – nicht nur für mich, sondern auch für die Doggies, insbes. die Youngsterboys, welche ebenso einige neue Freunde dazu gewannen:-)

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Unser Platz: als „Hundechefin“ bewacht Leah „ihr“ Revier, im Türspalt ist Chekotee zu erkennen und Speedy´s Kopf lässt sich am Seitenfenster erahnen

Wild Camping

Es kann schon mal passieren, dass man sich beim vielen Herumfahren und -schauen im Timing vertut und dann nicht bis zum vorher angedachten Campingplatz kommt, doch da geht auch die Welt nicht unter (es muss ja nicht immer alles gänzlich durchgeplant sein – genau das ist ja das Tolle beim Wohnwagen: spontan irgendwo zu bleiben, wo´s einem gefällt und dabei nicht einmal auf gewissen persönlichen Komfort verzichten zu müssen)! Und so verschlug es die Doggies und mich nach Sperenberg, wo es laut Stellplatzführer einen geeigneten Wohnwagenstellplatz geben sollte (Hunde erlaubt, Dusche, WLAN), doch (wieder einmal) waren die Infos falsch (keine Hunde, keine Dusche, kein WLAN) und der Stellplatzbetreiber lotste mich nach Zesch am See, wo wir angeblich sicher ein Plätzchen finden würden – mittlerweile war´s schon weit nach 21h abends, die Hunde waren hungrig, da sie normalerweise zwischen 20h und 21h ihr üppiges Nachtmahl bekommen, und dementsprechend gelaunt (zugegeben: ich auch – sowohl das eine als auch das andere), hehe;-)
Im Campingführer hatte ich bereits über den Campingplatz in Zesch am See erfahren, dies sei der älteste Platz weit und breit, außerdem ein „Märchen-Campingplatz“ … naja, alt ist noch untertrieben, urururalt würd´s vielleicht eher treffen, was ja eh nichts ausmacht, wenn das Gelände und die Bauten nicht dermaßen arg heruntergekommen wären! Selbst die namensgebenden Märchenfiguren hatten eindeutig etwas Pflege und Reparatur nötig! Jedenfalls traf ich dort niemanden an (die paar Gestalten, die draußen irgendwas herumhantierten, taten so als würden sie mich gar nicht bemerken und im nächsten Augenblick waren sie auf einmal wie von Zauberhand verschwunden)! Es wirkte irgendwie surreal – vielleicht doch ein Paralleluniversum?!?!
Wie dem auch sei, diese Situation war nicht geeignet, unsere Laune zu heben, also tat ich das, was eine alte Camperin eben tut: „wild“ campen – Wälder und Wiesen gab´s ja im Überfluss, weshalb wir uns ein feines Plätzchen abseits der (sowieso kaum befahrenen) Straße auserkoren und v.a. endlich unseren „Mordshunger“ stillten.
Eben wollten wir unseren Nachtspaziergang antreten (ich mit Stirnlampe und die Hunde mit reflektorischen Halsbändern, eh klar), kam ein Auto den Feldweg entlang und blieb bei uns stehen, eine fröhliche Männerstimme rief uns zu, nicht zu erschrecken, er sei bloß der Jäger und müsse ein wenig die Füchse vertreiben, glücklicherweise war er einer der netten Sorte und betonte, Übernachten im Wohnwagen sei hier überhaupt kein Problem! Mit Gute-Nacht-Wünschen verschwand er in der Dunkelheiten und wir setzten unseren Spaziergang frohgemut fort. Eine halbe Stunde später trafen wir einander wieder: der Jäger kletterte vom Hochsitz runter und meinte in spaßigem Tonfall, wenn er gewusst hätte, dass ich mit den Hunden da bin und seine Arbeit bezüglich der Füchse übernehme, hätte er gleich zuhause bleiben können. Nicht um ein Späßchen verlegen, wünschte ich ihm einen angenehmen „freien“ Abend und wir verabschiedeten uns amüsiert voneinander! Ich hätte die Gelegenheit nutzen können, mich mit ihm (wie mit dem Förster im Dammer Moor) über die regionalen Wölfe zu unterhalten, aber es war ein anstrengender Tag gewesen und ich war müde, also ließ ich es bleiben – doch wenigstens (welch eine Ironie!) war dieser Jäger der einzige freundliche Mensch, den ich in der gesamten Gegend getroffen hatte!

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Baruther Urstromtal – a flying visit

Auch wenn die Landschaftsformen im Baruther Urstromtal ähnlich denen der Lieberoser Heide sind, so fühlte ich mich interessanterweise dennoch hier bei weitem nicht so wohl wie dort (obwohl ich selbstverständlich der Region in keiner Weise unrecht tun möchte – trotzdem verursachten die verrosteten und halb verfallenen Begrenzungszäune an den Waldrändern ein mulmiges, fast abweisendes Gefühl in mir und ich hatte eher den Eindruck, im Hinterland der Ukraine oder Moldawiens zu sein denn in Deutschland). Zumindest war es im Gebiet zwischen Baruth, Zossen, Trebbin und Luckenwalde so (wobei letzteres an sich ein schmuckes und sympathisches Städtchen zu sein scheint). Wie gesagt, ich will keineswegs das ganze Baruther Urstromtal kritisieren, denn es gibt dort sicherlich genauso schöne Plätze und Gegenden wie sonst überall in Deutschland, jedoch das kleine Fleckchen, welches ich als erstes sah, kam mir wenig einladend vor.
Das Wolfs- und Moor-Naturschutzgebiet inmitten von Baruth, Mückendorf, Horstwalde, Schönfeld, Jänickendorf, Holbeck, Stülpe, Lynow und Paplitz ist weder beschildert noch einladend, denn auf den hässlichen alten Zäunen und an den Bäumen prangen Schilder mit Aufschriften wie z.B.: „Lebensgefahr! Betreten und Befahren verboten!“, „Achtung! Betreten und Befahren verboten! Ehemalige militärische Kasernenanlage!“ (bzw. „Munitionsbelastung!“) – da fühlt man sich nicht wirklich entspannt!

Warnschild_Lebensgefahr!

Zwar gibt es auch hier jede Menge Alleen und Wälder, doch es wirkt alles ziemlich vernachlässigt.

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Selbst Häuser entlang der Strecke vermitteln den Eindruck von Verlassenheit und Verfall.

Nordwestlich Richtung Beelitz im Naturpark Nuthe-Nieplitz – beim Dobbrikower Forst – erschien mir alles wesentlich freundlicher, dort unternahm ich mit den Hunden einen an sich schönen Waldspaziergang: ohne einschüchternde Warnschilder, dafür hingegen mit Unmengen an Müll, welcher einfach im Wald abgelagert wurde und offensichtlich schon ziemlich lang vor sich hin „gammelt“ … das ist wiederum gar nicht schön!
Ehrlich gesagt kann ich mir zum momentanen Zeitpunkt nicht vorstellen, in dieser Region zu leben, aber der erste Eindruck mag ja auch manchmal täuschen … jedenfalls erhält das Baruther Urstromtal ebenso wie die beiden anderen Gebiete seine Chance in Form einer intensiveren Besichtigungstour.

Kuriosität am Rande:
Die Gegend um den Mellensee ist durchzogen von entsetzlich schlechten Straßen, was man mit Wohnwagen klarerweise umso stärker merkt, zudem machte ich die groteske Erfahrung, dass eine der wenigen guten Bundesstraßen (!) nach vorbildhafter Auffahrt – ohne jegliche Vorwarnung – plötzlich endet und es kilometerlang auf extrem holprigen Pflastersteinen weitergeht!

Straßenbau

Lieberoser Heide – a flying visit

Siegadel_Allee-Verkehrsschild

Die Lieberoser Heide hat echt Charme! Allein die wunderschönen Alleen, durch die man fährt, sind so voller Liebreiz, dass man sich wie auf einer „magic tour“ fühlt [daran ändern auch die Verkehrsschilder, welche einen gemahnen, nicht die Bäume zu touchieren, rein gar nichts]! Diesbezüglich könnte sich das Waldviertel ein Beispiel nehmen (ich meine nicht wegen der Schilder, sondern wegen der vielen dicht an dicht stehenden Alleebäume; außerdem: so schöne glatte Landstraßen findet man im Waldviertel auch eher selten])! Doch uns interessiert ja eh mehr das Lieberoser Waldgebiet …

Doberburg_Waldweg-zum-Dammer-Moor_im-Sonnenlicht

Die dortigen Kiefernwälder sind wunderwunderwunderschön und tauchen die weite Landschaft in ein ganz eigenes Licht, das den Augen (und der Seele) sehr wohltut, durch das Kiefernharz liegt stets ein besonders angenehmer Duft in der Luft! Die Waldwege sind breit angelegt und überaus angenehm zu begehen – bei einer Abzweigung angekommen, zeigen einem Wegweiser die Richtung bzw. meint Speedy, unser absolut verlässlicher Scout, nach kurzer Bedenkzeit: „Ok, immer der Nase nach!“

Auch Chekotee liebt Kiefernwälder: offenbar fühlt er sich aufgrund des weiten Blickfelds sicher und geborgen, abgesehen davon, dass er generell liebend gern im Wald ist- tja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, oder?! So findet er auch die nötige Gelassenheit, sich bereits als Artenspürhund im Schnüffeln zu üben;-)

Doberburg_Chekotee_übt-sich-schon-im-SchnüffelnSpeedy wiederum – als stets achtsamer „Scout“ alles rundum im Blick habend – merkt zwischendurch lauschend und beobachtend auf: „Sind da am Ende schon Wölfe in der Nähe?“ Doch nach einer Weile folgt die Entwarnung: „Nix war, gemma weiter!“

Und Leah ist trotz ihres hohen Alters ebenso gern in den Wäldern unterwegs wie die Youngsterboys, weil sie weiß, dass es extra für sie immer wieder kleine Pausen gibt, nicht nur mit Wassertrinken, sondern auch mit Butterbrot (denn die Hunde kriegen auf Ausflügen beim Rasten immer etwas von meinen Käsebrötchen ab, für Leah natürlich mit Gurkenscheiben, denn die mag sie sehr)!

Außerhalb der wundervollen Kieferwälder findet man unendliche Weiten an Feldern und manchmal auch unendliche Weiten an Windrädern (wie hier bei Siegadel – zugegeben, schön schauen jene Windparks nicht aus, besser als Atomkraftwerke sind sie allemal, andererseits leiden die Tiere an den für uns teilweise gar nicht wahrnehmbaren Frequenzen und die Überlebensrate beim Zusammenstoß mit einem Windradflügel ist gleich Null)! Mit diesem Thema werden wir uns noch intensiver auseinandersetzen  …

Glücklicherweise stellen Windparks eher eine Ausnahmeerscheinung in der Lieberoser Heide dar, sodass mein bleibender Eindruck durch die traumhaften lichtdurchfluteten Kiefernwälder und das phantasieanregende Dammermoor geprägt bleibt – die Doggies und ich, wir freuen uns schon sehr auf´s Wiederkommen!

 

 

 

 

 

Dammer Moor – erste Exkursion

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Dammersee

Das Moorgebiet um den Dammersee in der Lieberoser Heide liegt am kleinen Dörfchen Damme (zwischen Goschen und Doberburg nördlich von Lieberose). Am 16. Juli machte ich gemeinsam mit meinen Hunden eine erste Exkursion zum Dammermoor – es war so schön, dass wir über 5 Stunden dort zubrachten!

Das Dammermoor selbst besteht – neben dem großen Dammersee – aus mehreren kleineren Teichen und Tümpeln: eine Form von „wilder“ Naturschönheit mit wohltuend entspannender Atmosphäre!

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Durch die Lage inmitten eines „Märchenwaldes“ wirkt das Moor bezaubernd und faszinierend, noch dazu sind immer wieder bizarr-grotesk-lustige Naturskulpturen zu entdecken und der ewige Kreislauf des Werdens und Vergehens ist omnipräsent.

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Eine idyllische „Wildnis“, worin die Hunde und ich uns echt wohl fühlten! Auch ein sehr freundliches und informatives Gespräch mit dem dortigen Förster ergab, dass der Bedarf an Wolfsmonitorern hier jedenfalls gegeben wäre …

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Alle Fotos © Mirjam Silber 2018

 

Erste Woche on Tour

Spätabends am 8. Juli ging´s los – unsere erste Station machten wir gleich in Pisecne, der tschechischen Nachbarortschaft von Neuriegers, somit hatten wir auch unsere „Generalprobe“ (= im Wohnwagen übernachten) absolviert!

Pisecne_erste-Station_jüdischer-Friedhof

Es gefiel uns so gut, dass wir nach dem Frühstück gleich noch ein kleines „Napping“ dranhängten!

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Nach ziemlich anstrengender Fahrt durch Tschechien (viele Baustellen und Umleitungen, doch wenig sinnvolle Beschilderungen) kamen wir zwei Tage später schließlich in Deutschland an und genossen gleich die erfrischende Bergluft im Zittauer Gebirge in Form eines ausgiebigen Waldspaziergangs (nur unser Angsthund Chekotee war nachvollziehbarerweise noch skeptisch und verunsichert).

Endlich-in-Deutschland_Lückendorf_Zittauer-Gebirge

Und dann war es soweit: der allererste Aufenthalt auf einem Campingplatz! Wir suchten uns den kleineren, eher familiär geprägten Campingbauernhof Sell in Waltersdorf bei Großschönau aus – die Erholung tat uns sehr gut, weshalb wir einige „Urlaubstage“ dort zubrachten. Insbesondere für die Hunde (speziell für Chekotee) war die längere Eingewöhnungsphase in unser „Nomadendasein“ wichtig und auch Speedy profitierte dadurch enorm (Leah ist ja sowieso die „Coole“)!

Old Lady Leah braucht immer wieder kleinere Päuschen, eh klar, worüber ich ehrlich gesagt gar nicht unglücklich bin, denn auch ich muss mir erst wieder bessere Kondition aneignen – hingegen die beiden „Youngsterboys“ sind stets startklar;-)

Als wir bei einem unserer Waldspaziergänge vom Regen überrascht wurden, suchten wir Schutz unter den Bäumen, wo die Hunde diese unerwartete Pause zum Gruppenkuscheln nutzten;-)

Waldspaziergang_take-cover_Regen

Die Hunde lernten Kühe kennen, die ihnen gehörigen Respekt einflößten! Der Sell´sche Bauernhof „Lauscheblick“ betreibt intensive Viehwirtschaft, d.h. Unmengen an Kühen müssen täglich versorgt werden – wenigstens dürfen diese Kühe auch hinaus auf die riesengroßen Weiden!

Nach 5 Tagen fühlten wir uns soweit erholt, dass wir unsere Reise fortsetzten – ich hatte beschlossen, mir „meine“ drei Regionen zunächst allesamt im einwöchigen Schnelldurchlauf anzuschauen, um einen ersten Eindruck (auf gut Wienerisch: a G´spür) zu bekommen. Die Lieberoser Heide sollte den Anfang machen und so suchten wir uns auf dem Campingplatz Eurocamp Spreewaldtor ein lauschiges Plätzchen – quasi in Alleinlage (tja, sogar auf Mega-Campingplätzen gibt´s glücklicherweise nicht immer nur Massenandrang)! Besonders schön hier: der Zugang zum Groß-Leuthener See ermöglichte nicht nur Leah das Schwimmen, sondern auch mir – und das nach fast 10 Jahren, denn seitdem ich körperbehindert bin, war ich noch kein einziges Mal schwimmen, dabei bin ich im Grunde mindestens genauso eine Wasserratte wie meine Labradorhündin:-)

Über meine Impressionen zur Lieberoser Region und den überaus spannenden Besuch am Dammer Moor erzähle ich demnächst …

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Infos zu ausgewählten Brandenburger Regionen

Ruppiner Land

Das Ruppiner Seenland liegt im NW Brandenburgs und gehört zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Wie der Name schon sagt, ist das Gebiet reich an Seen und außerdem grenzt es im Norden an die Mecklenburgische Seenplatte. Der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land umschließt diese großräumige Seen- und Waldlandschaft.

Moore befinden sich am Himmelreichsee bei Luhme (an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern) und Wölfe gibt es in der Kyritz-Ruppiner (bzw. Wittstock-Ruppiner) Heide. Wie es häufig vorkommt, ist auch dieses Wolfsrevier auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, dem sog. „Bombodrom“, wo sowjetische Truppen noch bis Anfang der 1990er-Jahre Übungsflüge und Bombardements durchführten (nach jahrelanger Bürger- und Friedensinitiative verzichtete 2010 endlich auch die deutsche Luftwaffe auf militärische Nutzung). Das stark durch Altmunition belastete Heidegebiet wird sukzessive geräumt, was aber sehr arbeits- und zeitaufwändig ist, weshalb der Großteil des Bombodroms als Sperrgebiet gilt. Immerhin ist die Südspange bereits frei und kann eigenständig oder mittels geführter Touren durchstreift werden. Es besteht ein von mehreren Verbänden getragenes engagiertes Entwicklungsprogramm zur Förderung der zivilen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide (nähere Infos hier), bei dem ich – falls ich dort mein neues Zuhause finde – sicherlich gerne mitwirken werde.

Weiter westlich in Sargleben bei Karstädt eröffnete der Assistenzhundeverein Associata-Assistenzhunde e.V.  sein neues Domizil am Distelhof – auch mit den dortigen Verantwortlichen stehe ich bereits in Kontakt und kann mir gut vorstellen, mich mit meinem Verein Helping Dogs sinnstiftend einzubringen.

 

Baruther Urstromtal

Durch den Landkreis Teltow-Fläming im SW Brandenburgs zieht sich das oft nur wenige Kilometer schmale Band des Baruther Urstromtals, einer aus eiszeitlichen Schmelzwässern entstandenen Niederungslandschaft mit Sümpfen, Seen, Wiesen und Wäldern. Der regionale Förderverein arbeitet an einer Klassifizierung des Baruther Urstromtals zum Naturpark – wenn ich dorthin ziehe, wäre wohl auch hier ein reiches Betätigungsfeld für mich. Ebenso bietet der Naturpark Nuthe-Nieplitz spannende Aktivitäten und Veranstaltungen.

Wolfsreviere liegen um Dobbrikow, Sperenberg und Jüterbog, unter den zahlreichen Moorgebieten interessieren den BUND und mich v.a. Gadsdorfer Torfstiche und Luderbusch (Gemeinde Am Mellensee) sowie Espenluch und Stülpersee (Gemeinde Nuthe-Urstromtal).

Neben der schönen Natur spricht mich im Landkreis Teltow-Fläming ebenso das offenbar hohe und selbstverständliche sozialpolitische Engagement an – nicht nur existieren mehrere Behindertenverbände/-vereine, sondern auch sonst scheinen die BürgerInnen sehr aktiv zu sein: es gibt u.a. einen Arbeitskreis für Toleranz, ein Netzwerk für Demokratie und auch Zuwanderer erfahren Unterstützung bei ihrer Integration. Ahrensdorf hat sogar eine Hachschara-Stätte. All dies bringt der Region schon vorab jede Menge Pluspunkte;-)

 

Lieberoser Heide

Im SO Brandenburgs – an der Schnittstelle dreier Landkreise (Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und Oder-Spree) – gelegen bietet die Lieberoser Heide ein vielfältiges Mosaik mit Wäldern, Heiden, Mooren und Seen, gehegt und gepflegt durch den Förderverein Lieberoser Heide und die Stiftung Naturlandschaften. Umrahmt vom Naturpark Dahme-Heideseen, dem Biosphärenreservat Spreewald, dem Naturpark Schlaubetal (mit BUND-Naturschutzzentrum Schlaubemühle) und der Region um den Schwielochsee wirkt die Heidelandschaft nahe der polnischen Grenze wahrhaftig lieblich – trotz der Geschichtsträchtigkeit dieses Ortes (wenigstens lässt uns die Dokumentationsstätte KZ-Außenlager Lieberose/Sowjetisches Speziallager Jamlitz die Gräuel der NS-Zeit „niemals vergessen“ [ob die Menschen daraus tatsächlich etwas gelernt haben, frage ich mich hingegen immer wieder])! Aber dieser Blog soll ja nicht von Rechtsradikalen handeln [auch wenn ich es wichtig finde, gegen Rassismus aufzutreten], sondern vom Naturschutz …

Für das Dammermoor (nördlich der Stadt Lieberose) und das Calpenzmoor (Gemeinde Schenkendöbern südlich des Naturparks Schlaubetal) könnte ich eine BUND-Moorpatenschaft übernehmen und genau dort leben auch die Wölfe! Und zur Lausitz, wo es die meisten Wolfsrudel gibt, ist es auch nicht weit …

Puscherl & Q(ub)o

Am 6. Mai war es endlich soweit: mein neues Auto wurde mitsamt Wohnwagen „per Hauszustellung“ von Peter geliefert:-) Da stand das Gespann nun – der rote Fiat Qubo (behindertengerecht auf Handbetrieb umgebaut) und das süße Puscherl … mein Herz hüpfte vor Freude und schlug Purzelbäume!! Die Probefahrt war ein voller Erfolg und ich stellte fest, dass es viel leichter als erwartet war, mit Wohnwagen zu fahren!
Sind „Puscherl & Q(ub)o“ denn nicht eine Augenweide?!?!

 

Auswahl der Wolfs- und Moorregionen

Mithilfe der Wolfskarte des LfU Brandenburg

Brandenburg-Wolfskarte

und der Moorkarte des BUND Brandenburg

Brandenburg-Moorkarte

wählte ich drei Regionen aus, die mir für meine Monitoringtätigkeiten interessant erschienen und mich persönlich ansprachen (viele Seen, unterschiedliche Landschaftsformen und zudem eher dünn besiedelt, aber dennoch sozialpolitisch engagiert und auch mit barrierefreier Infrastruktur):

Ruppiner Land

Ruppiner-Land

Baruther Urstromtal

Baruther-Urstromtal

Lieberoser Heide

Lieberoser-Heide


Diese drei Regionen werde ich im Sommer 2018 in aller Ruhe erforschen – dort, wo´s mir am besten gefällt und es am interessantesten ist, suche ich mir mein neues Zuhause …

Ergebnisse meiner ersten (virtuellen) Recherchen zu diesen Gebieten findet Ihr im Blogbeitrag Infos zu ausgewählten Brandenburger Regionen!