Baruther Urstromtal – a flying visit

Auch wenn die Landschaftsformen im Baruther Urstromtal ähnlich denen der Lieberoser Heide sind, so fühlte ich mich interessanterweise dennoch hier bei weitem nicht so wohl wie dort (obwohl ich selbstverständlich der Region in keiner Weise unrecht tun möchte – trotzdem verursachten die verrosteten und halb verfallenen Begrenzungszäune an den Waldrändern ein mulmiges, fast abweisendes Gefühl in mir und ich hatte eher den Eindruck, im Hinterland der Ukraine oder Moldawiens zu sein denn in Deutschland). Zumindest war es im Gebiet zwischen Baruth, Zossen, Trebbin und Luckenwalde so (wobei letzteres an sich ein schmuckes und sympathisches Städtchen zu sein scheint). Wie gesagt, ich will keineswegs das ganze Baruther Urstromtal kritisieren, denn es gibt dort sicherlich genauso schöne Plätze und Gegenden wie sonst überall in Deutschland, jedoch das kleine Fleckchen, welches ich als erstes sah, kam mir wenig einladend vor.
Das Wolfs- und Moor-Naturschutzgebiet inmitten von Baruth, Mückendorf, Horstwalde, Schönfeld, Jänickendorf, Holbeck, Stülpe, Lynow und Paplitz ist weder beschildert noch einladend, denn auf den hässlichen alten Zäunen und an den Bäumen prangen Schilder mit Aufschriften wie z.B.: „Lebensgefahr! Betreten und Befahren verboten!“, „Achtung! Betreten und Befahren verboten! Ehemalige militärische Kasernenanlage!“ (bzw. „Munitionsbelastung!“) – da fühlt man sich nicht wirklich entspannt!

Warnschild_Lebensgefahr!

Zwar gibt es auch hier jede Menge Alleen und Wälder, doch es wirkt alles ziemlich vernachlässigt.

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Selbst Häuser entlang der Strecke vermitteln den Eindruck von Verlassenheit und Verfall.

Nordwestlich Richtung Beelitz im Naturpark Nuthe-Nieplitz – beim Dobbrikower Forst – erschien mir alles wesentlich freundlicher, dort unternahm ich mit den Hunden einen an sich schönen Waldspaziergang: ohne einschüchternde Warnschilder, dafür hingegen mit Unmengen an Müll, welcher einfach im Wald abgelagert wurde und offensichtlich schon ziemlich lang vor sich hin „gammelt“ … das ist wiederum gar nicht schön!
Ehrlich gesagt kann ich mir zum momentanen Zeitpunkt nicht vorstellen, in dieser Region zu leben, aber der erste Eindruck mag ja auch manchmal täuschen … jedenfalls erhält das Baruther Urstromtal ebenso wie die beiden anderen Gebiete seine Chance in Form einer intensiveren Besichtigungstour.

Kuriosität am Rande:
Die Gegend um den Mellensee ist durchzogen von entsetzlich schlechten Straßen, was man mit Wohnwagen klarerweise umso stärker merkt, zudem machte ich die groteske Erfahrung, dass eine der wenigen guten Bundesstraßen (!) nach vorbildhafter Auffahrt – ohne jegliche Vorwarnung – plötzlich endet und es kilometerlang auf extrem holprigen Pflastersteinen weitergeht!

Straßenbau

Infos zu ausgewählten Brandenburger Regionen

Ruppiner Land

Das Ruppiner Seenland liegt im NW Brandenburgs und gehört zum Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Wie der Name schon sagt, ist das Gebiet reich an Seen und außerdem grenzt es im Norden an die Mecklenburgische Seenplatte. Der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land umschließt diese großräumige Seen- und Waldlandschaft.

Moore befinden sich am Himmelreichsee bei Luhme (an der Grenze zu Mecklenburg-Vorpommern) und Wölfe gibt es in der Kyritz-Ruppiner (bzw. Wittstock-Ruppiner) Heide. Wie es häufig vorkommt, ist auch dieses Wolfsrevier auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz, dem sog. „Bombodrom“, wo sowjetische Truppen noch bis Anfang der 1990er-Jahre Übungsflüge und Bombardements durchführten (nach jahrelanger Bürger- und Friedensinitiative verzichtete 2010 endlich auch die deutsche Luftwaffe auf militärische Nutzung). Das stark durch Altmunition belastete Heidegebiet wird sukzessive geräumt, was aber sehr arbeits- und zeitaufwändig ist, weshalb der Großteil des Bombodroms als Sperrgebiet gilt. Immerhin ist die Südspange bereits frei und kann eigenständig oder mittels geführter Touren durchstreift werden. Es besteht ein von mehreren Verbänden getragenes engagiertes Entwicklungsprogramm zur Förderung der zivilen Nutzung der Kyritz-Ruppiner Heide (nähere Infos hier), bei dem ich – falls ich dort mein neues Zuhause finde – sicherlich gerne mitwirken werde.

Weiter westlich in Sargleben bei Karstädt eröffnete der Assistenzhundeverein Associata-Assistenzhunde e.V.  sein neues Domizil am Distelhof – auch mit den dortigen Verantwortlichen stehe ich bereits in Kontakt und kann mir gut vorstellen, mich mit meinem Verein Helping Dogs sinnstiftend einzubringen.

 

Baruther Urstromtal

Durch den Landkreis Teltow-Fläming im SW Brandenburgs zieht sich das oft nur wenige Kilometer schmale Band des Baruther Urstromtals, einer aus eiszeitlichen Schmelzwässern entstandenen Niederungslandschaft mit Sümpfen, Seen, Wiesen und Wäldern. Der regionale Förderverein arbeitet an einer Klassifizierung des Baruther Urstromtals zum Naturpark – wenn ich dorthin ziehe, wäre wohl auch hier ein reiches Betätigungsfeld für mich. Ebenso bietet der Naturpark Nuthe-Nieplitz spannende Aktivitäten und Veranstaltungen.

Wolfsreviere liegen um Dobbrikow, Sperenberg und Jüterbog, unter den zahlreichen Moorgebieten interessieren den BUND und mich v.a. Gadsdorfer Torfstiche und Luderbusch (Gemeinde Am Mellensee) sowie Espenluch und Stülpersee (Gemeinde Nuthe-Urstromtal).

Neben der schönen Natur spricht mich im Landkreis Teltow-Fläming ebenso das offenbar hohe und selbstverständliche sozialpolitische Engagement an – nicht nur existieren mehrere Behindertenverbände/-vereine, sondern auch sonst scheinen die BürgerInnen sehr aktiv zu sein: es gibt u.a. einen Arbeitskreis für Toleranz, ein Netzwerk für Demokratie und auch Zuwanderer erfahren Unterstützung bei ihrer Integration. Ahrensdorf hat sogar eine Hachschara-Stätte. All dies bringt der Region schon vorab jede Menge Pluspunkte;-)

 

Lieberoser Heide

Im SO Brandenburgs – an der Schnittstelle dreier Landkreise (Dahme-Spreewald, Spree-Neiße und Oder-Spree) – gelegen bietet die Lieberoser Heide ein vielfältiges Mosaik mit Wäldern, Heiden, Mooren und Seen, gehegt und gepflegt durch den Förderverein Lieberoser Heide und die Stiftung Naturlandschaften. Umrahmt vom Naturpark Dahme-Heideseen, dem Biosphärenreservat Spreewald, dem Naturpark Schlaubetal (mit BUND-Naturschutzzentrum Schlaubemühle) und der Region um den Schwielochsee wirkt die Heidelandschaft nahe der polnischen Grenze wahrhaftig lieblich – trotz der Geschichtsträchtigkeit dieses Ortes (wenigstens lässt uns die Dokumentationsstätte KZ-Außenlager Lieberose/Sowjetisches Speziallager Jamlitz die Gräuel der NS-Zeit „niemals vergessen“ [ob die Menschen daraus tatsächlich etwas gelernt haben, frage ich mich hingegen immer wieder])! Aber dieser Blog soll ja nicht von Rechtsradikalen handeln [auch wenn ich es wichtig finde, gegen Rassismus aufzutreten], sondern vom Naturschutz …

Für das Dammermoor (nördlich der Stadt Lieberose) und das Calpenzmoor (Gemeinde Schenkendöbern südlich des Naturparks Schlaubetal) könnte ich eine BUND-Moorpatenschaft übernehmen und genau dort leben auch die Wölfe! Und zur Lausitz, wo es die meisten Wolfsrudel gibt, ist es auch nicht weit …

Auswahl der Wolfs- und Moorregionen

Mithilfe der Wolfskarte des LfU Brandenburg

Brandenburg-Wolfskarte

und der Moorkarte des BUND Brandenburg

Brandenburg-Moorkarte

wählte ich drei Regionen aus, die mir für meine Monitoringtätigkeiten interessant erschienen und mich persönlich ansprachen (viele Seen, unterschiedliche Landschaftsformen und zudem eher dünn besiedelt, aber dennoch sozialpolitisch engagiert und auch mit barrierefreier Infrastruktur):

Ruppiner Land

Ruppiner-Land

Baruther Urstromtal

Baruther-Urstromtal

Lieberoser Heide

Lieberoser-Heide


Diese drei Regionen werde ich im Sommer 2018 in aller Ruhe erforschen – dort, wo´s mir am besten gefällt und es am interessantesten ist, suche ich mir mein neues Zuhause …

Ergebnisse meiner ersten (virtuellen) Recherchen zu diesen Gebieten findet Ihr im Blogbeitrag Infos zu ausgewählten Brandenburger Regionen!